Entscheidung des Nobelkomitees Das norwegische Nobelkomitee gab am 9. Oktober bekannt, dass die südafrikanische Juristin Navanethem Navi Pillay den Friedensnobelpreis 2026 erhält. In der offiziellen Begründung nennt es ihre Bemühungen um Frieden und internationales Recht. Die Entscheidung des Komitees und ihre Begründung sind gesichert; deren politische Bewertung bleibt unterschiedlich. Juristische Laufbahn Pillay wurde 1941 in Durban geboren und engagierte sich bereits unter der Apartheid gegen Diskriminierung. Sie war Richterin an internationalen Gerichten, darunter dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und dem Internationalen Strafgerichtshof. Von 2008 bis 2014 war sie Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte. Kontroverse politische Reaktionen Pillay leitete von 2021 bis 2025 eine UN-Untersuchungskommission zum besetzten palästinensischen Gebiet und Israel. Die Arbeit der Kommission und deren Schlussfolgerungen lösten Kontroversen aus. Kritik an UN-Berichten ist von der Tatsache der Nobelpreisvergabe zu unterscheiden. Die Entscheidung des Komitees stellt kein internationales Gerichtsurteil zu allen von Pillay bearbeiteten Fällen dar. Auszeichnung und Termin Die Preisverleihung ist für den 10. Dezember in Oslo vorgesehen. Nobelkomitee, Vereinte Nationen und Friedenszentrum beschreiben den Preis als Würdigung ihrer lebenslangen Arbeit für rechtliche Verantwortlichkeit. Zum 12. Oktober ist die Auszeichnung angekündigt, die Zeremonie aber noch nicht erfolgt.